Vor gut zwei Wochen war ich in Kempten unterwegs. Zuerst hatte ich einen Termin, nahe der Stadtmitte. Anschließend wollte ich noch den wunderbaren Bio-Supermarkt im Stadtkern besuchen, um zu Hause Zutatenvorräte für `lecker Essen` wieder auffüllen zu können. Der Essensladen liegt zwar in der Stadt, ist aber durch zwei Parkplatz bietende Nebenstraßen immer gut zu erreichen. Bisher !
An jenem Donnerstag also, nach dem erledigten Termin, ins Auto gestiegen und zu den viel versprechenden Seitenstraßen geschippert. In voller Zuversicht, wie immer das Auto dort kurz abstellen zu können, die Parkuhr zu füttern, in den wunderbaren Laden zu laufen, die Einkäufe ins Auto zu tragen und den Heimweg anzutreten. Das war `der Plan`. Das war MEIN Plan.
Die Parkplätze haben nicht mitgespielt ! Langsam bin ich erst die eine Seitenstraße entlang gezuckelt, dann hoffnungsvoll die zweite, wo dann die Hoffnung -PLING!!!- zerplatzte. Keine Ahnung, was anders als sonst war, wo dieses `Spiel` immer geklappt hatte. Es war mehr los. Deutlich mehr los. Aber Gott hatte nicht abgewunken, als ich ihn vorher gefragt hatte, ob wir noch im Bio-Supermarkt Essen einkaufen würden.
Auch das Schleich-Tempo entlang der besetzten Parkplätze hat keinen Erfolg herbeigewirkt. Viele Fragezeichen in der Luft. Soll ich wohl gleich heimfahren und erst den nächsten Termin mit einem Einkaufen verknüpfen ? Oder: Wo kann ich noch günstig parken? Ohne die Essensachen zu weit schleppen zu müssen ??? Oder: Soll ich einfach mal ruhig durchatmen und brav geduldig warten ? Ich wusste wirklich nicht, was davon ich wählen sollte. Also nochmal in aller Sturheit die Seitenstraßen entlang gefahren. Nix. Einfach gar nix frei.
`GOTT, WAS JETZT ?` war mein Gedanke, dann wurde er zu Worten an meinen Himmlischen PaPa.
Ich wurde auf das kleine, ziemlich neue Parkhaus aufmerksam, das in der Kurve in einer der Seitenstraßen lag. Als wolle Gott mich darauf hinweisen: `Was ist Dein Problem, Susanne? Das Parkhaus ist doch genau für deine Situation gebaut worden.` Das Schild außen teilte noch FREIe Plätze mit.
Ganz ehrlich, ich wollte schon immer mal dieses kleine, feine Parkhaus erkunden. Aber nicht an jenem Donnerstag !!! Für Neu-Erkundungen brauche ich ein bestimmtes Level an Neugier, Kraft, Gelassenheit und Offenheit. An jenem Tag war von alledem nicht viel, genauer gesagt nichts, in mir zu finden. Es war sehr heiß, ich war sehr müde, wegen verschiedenster Sachen einigermaßen gestresst und durcheinander und ich wollte `einfach nur` die Sachen flott besorgen und dann nach Hause. Meine Reaktion auf Gottes Idee mit dem Parkhaus fiel dementsprechend aus: `Gott, ich weiß, ich wollte irgendwann das Parkhaus erkunden und evtl. ins Repertoire mitaufnehmen, aber NICHT HEUTE !!! Ich hab`null Kapazität dafür und da drin scheint es ziemlich eng !`- Ende der Durchsage….. Etwas abgemildert kam dann noch von mir: `Ach Gott, bitte nicht! Nicht heute.`
Bei den Straßenparkplätzen tat sich weiterhin absolut nichts. Und ich entdeckte, dass ich vor eine Entscheidung gestellt war: Entweder ich nahm Gottes Angebot mit dem Parkhaus an oder ich fuhr unvollendeter Dinge nach Hause.
Ein paar Augenblicke hin und her überlegt. Der innere Zustand und die Unentschlossenheit hatten sich schnell gefunden. Gleichzeitig konnte ich plötzlich wahrnehmen, wie liebevoll Gott auf meine Zusage zu seiner Idee wartete. Gerne hätte ich ein `Trau Dich` vernommen. Gefühlsmäßig kam ich mir aber schon etwas `dazu gedrängt`, fast schon genötigt vor.
Ich griff die Konversation wieder auf: `Ok Gott; aber dann musst Du mir bitte helfen. Ja? Ich krieg das heute nicht gut hin. Bitte hilf mir.`
Kaum fertig geschwätzt, war der Gang im Auto eingelegt, zur Schranke an der Einfahrt hingegurkt und der Ticketknopf gedrückt. Also rein mit uns ! Dann gab`s auch gleich Stau. Aber nicht wegen mir ! – So konnte ich mich ein bisschen zurechtfinden und schauen, wo`s denn weiterginge. Nach zwei Etagen nach oben gefahren, habe ich einen leicht einzuparkenden Stellplatz für´s Auto gefunden. Abgestellt und durchgeschnauft. `Danke Gott, das ging jetzt wirklich viel besser als erwartet!` Nun noch die Tür für das Treppenhaus gesucht und schon stapfte ich langsam, den Weg suchend, die Stufen hinunter. Wenn Alles neu ist für einen, geht man den Weg ja viel aufmerksamer. Und so war es auch. Die Türen und Aus- und Eingänge musste ich mir ja merken, damit ich mein Auto wiederfinden konnte…. Also: Wahrnehmung und Merken auf `Aufnahme` geschaltet. Bei diesem Prozess ist man auch irgendwie etwas langsamer unterwegs.
Und dann ist es passiert ! SO UNVERHOFFT, dass ich bis heute noch kein Wort dafür gefunden habe: Ich laufe im Treppenhaus die Treppen-Etappen langsam runter; dabei war auf der Hälfte der Treppe ein Plateau, damit sie in die andere Richtung weiter nach unten führen konnte. Auf diesem Plateau hat es mich voll erwischt: Besser gesagt, Gott hat mich dort VOLL ERWISCHT ! An der Wand dieses Treppenplateaus hingen drei Plakate … Werbung … nicht ganz. Mit dem mittleren Plakat hat Gott mir so was von direkt und tief ins Herz gesprochen, dass es mir unmittelbar die Tränen hochgequetscht hat. Auf dem Plakat war Folgendes abgebildet und zu lesen:
Oben steht: Liebevoll gemacht
Im mittleren Teil sind verschiedene Sachen an Nähzubehör zu sehen – ein schönes Stecknadelkissen mit kleinen Püppchen als Verzierung außenrum, im Vordergrund eine Spule Faden, im Hintergrund Stoffe, und ganz hinten ein Regal mit Stoffen.
Und rechts unten steht ganz schlicht und fein folgender Satz: `Du bist ein Wunsch, den sich Gott selbst erfüllt hat.` Hans-Joachim Eckstein
Da stand ich nun im nackten Treppenhaus, auf der Plateau-Ebene und Gott hat GENAU DORT auf mich gewartet, um mir von sich und seinem Herzen zu erzählen. Um mich in nullkommanix aus meinem Gestresst-und-Durcheinander-Sein direkt in unsere Beziehung, Er und Ich, wieder hineinzuheben. Ich wusste gleich, wie mir geschah. Gott hat mir seine Liebe ganz dick und straight entgegen geworfen. Wie eine `Wasserbombe`. Und als sie an mir zerplatzte, war ich nicht mit Wasser, sondern mit Gottes Liebe überschüttet und ganz nass. Wobei niemand sonst, das `Nass` sehen konnte.
`DU BIST EIN WUNSCH, DEN SICH GOTT SELBST ERFÜLLT HAT.`
Gott macht gerne Überraschungen. Diese Überraschung ist ihm MEHR als gelungen. Überraschend die Art und Weise, überraschend der Ort, überraschend die Botschaft in den Worten. Und noch mal ganz ehrlich: Ich hatte es an diesem Donnerstag irgendwie gebraucht, dass mir jemand etwas Gutes sagt. Es war mir nicht wirklich bewusst; aber innendrin konnte ich es spüren – irgendwie trocken durch Überforderung und Entmutigung. Einfach mal was Gutes über sich hören, das brauchen wir doch alle.
Der restliche Tag war immer wieder gefüllt mit Staunen, Freude und Kopfschütteln, weil SO ÜBERRASCHEND und SO KREATIV !!! Ich könnte mir vorstellen, dass Gott immer wieder viel gegrinst hat, weil ihm das Alles SO gut gelungen war. Von seinem Herzen direkt in mein Herz.
Möchtest Du das auch ? Dann hier noch mal zum langsam lesen, genießen und empfangen. Denn der Satz gilt ja nicht nur für mich, sondern auch für DICH.
`DU BIST EIN WUNSCH, DEN GOTT SICH SELBST ERFÜLLT HAT.` Hans-Joachim Eckstein.
Das Plakat stammt übrigens von der Stiftung Marburger Medien und ist, soweit ich nachgeforscht habe, leider gerade nicht erhältlich.
Dieses Erlebnis hat bis heute seine guten Nachwirkungen entfaltet und tut es immer noch; Tiefenwirkung inbegriffen. Ein paar Tage später habe ich mir gedacht: Eigentlich müsstest Du ja Deine Freunde begrüßen mit `Grüß Dich, Du Wunsch Gottes!…` Oder: `Hallo Du Wunsch Gottes, schön Dich zu sehen!` …. Da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, oder ? Viel Spaß damit !
Gebets-Idee für Dich: Gott, ich möchte bitte diese Wahrheit des Satzes von Hans-Joachim Eckstein auch in mir empfangen. Ich öffne mein Herz und meine Hände vor Dir (Du kannst deine Hände wie zu einer kleinen Schale vor Dich halten und zeigst Gott damit, dass Du von ihm empfangen möchtest). Ich empfange jetzt: `Ich bin ein Wunsch, den Du Gott Dir selbst erfüllt hast.` – Wenn es jemand anderes Dir zuspricht, kann er den Satz sagen: `….. (Dein Name), DU BIST EIN WUNSCH, DEN GOTT SICH SELBST ERFÜLLT HAT´. – Danke Gott für Deine Liebe, Amen.